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Der Heinz der kanns PDF Drucken E-Mail

Mit nem Radfalter kann man was erleben...

 

Vor einigen Tagen ritt ich auf meinem Radfalter nach Weingarten. Natürlich bin ich über Staffort und Waldbrücke gefahren, weil der Weg um einiges anspruchsvoller ist, als wenn man den gewohnten Weg über Untergrombach wählt. 20 Minuten nach meinem Start in Büchenau war ich auch schon da – mehr oder weniger außer Puste! In Weingarten habe ich Heinz kennen gelernt. Was heißt kennen gelernt, er hat sich mir aufgedrängt mit den Worten: „Stell Dei Fahrrad e bissle an de Rand, dann komme die Nonne a no vorbei – des sinn nämlich mei Freundinne“. Gut, ich hab mein Birdy nicht ganz an der Mauer, der die Pfinz überspannenden Brücke, abgestellt und gegenüber ist die Kirche – aber Nonnen?? Nonnen waren keine da und es sind auch keine gekommen in der Zeit, in der mir Heinz von seinem Leben und den Frauen erzählte.

Ein Haudegen der ganz alten Schule. Geboren in Schlesien, vertrieben und dann in Husum gelandet, wo er aufgewachsen ist und lange gelebt hat. Eine Zeit lang sei er sogar als Kapitän zur See gefahren und nach dem Krieg sei er, nach eigenen Angaben war er gerade mal 19 Jahre alt, mit den „Amis“ herumgezogen. Von denen hat er allerhand gelernt was das Überleben betrifft – mit Ihm brauche man sich nicht anlegen, da kenne er einige Tricks.

Er habe viel gesehen. In ganz Deutschland war er unterwegs, immer rastlos, immer auf der Suche und dabei immer im Herzen jung geblieben. Ja, das merkte man ihm tatsächlich an. Auf meine Frage wie alt er denn sei, verlangte er, ich solle schätzen. 75 Jahre war das stolze Ergebnis und unter uns Radfaltern gesagt – ich habe noch nie einen 75 Jahre alten Mann kennen gelernt, der es dermaßen faustdick hinter den Ohren hatte.

Ja die Frauen, fünf auf einmal, das sei ihm am allerliebsten und auf allen Tanzveranstaltungen von Illingen bis Zaberfeld, von Lustadt bis Kuppenheim würden selbst verheiratete Frauen ihre Männer sitzen lassen, nur um mit Heinz eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen.

Das alles erzählte er mit einer unvergleichlich lebensfrohen Art – die hat er sich, auch nach dem Tod seiner lieben Frau, erhalten können. Jetzt habe er eine Freundin, sie tanze auch gerne, aber den Ring seiner Frau trug er noch am Finger, am kleinen Finger, direkt neben seinem Ehering – die ins Gold der Ringe eingearbeiteten Sterne brachten es auf den Punkt – Heinz ist ein Star!



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